Eine Führungsrolle, zwei Perspektiven: Warum Shared Leadership für Lisa und Lutz funktioniert
Führung wird oft als Einzelleistung gedacht. Eine Person trägt Verantwortung, trifft Entscheidungen und gibt die Richtung vor.
Doch was passiert, wenn sich zwei Menschen diese Verantwortung teilen?
Genau diesen Weg gehen Lisa und Lutz bei der SMS group. Als Global Heads of Contract Law leiten sie gemeinsam den Bereich Vertragsrecht innerhalb der Rechtsabteilung der SMS group mit einem international aufgestellten Team. Das Besondere dabei: Beide sind weiterhin operativ als Jurist tätig und übernehmen die Führungsaufgabe zusätzlich gemeinsam.
Was sie motiviert hat, warum sie nie an ihrem Modell gezweifelt haben und weshalb sie Shared Leadership heute noch überzeugender finden als zu Beginn, darüber haben wir mit ihnen gesprochen.

Wie alles begann: Aus Kollegen wurden Führungspartner
Als die Führungsposition frei wurde, war die Idee überraschend einfach.
Lisa und Lutz arbeiteten bereits seit mehr als sechs Jahren eng zusammen und schätzten die Arbeitsweise des jeweils anderen. Beide sahen den anderen in der Rolle und kamen schließlich auf den Gedanken, die Position gemeinsam zu übernehmen.
„Wir haben uns beide gegenseitig den Job empfohlen.“
Was zunächst als Idee begann, entwickelte sich schnell zu einem gemeinsamen Konzept. Das Tandem wurde nicht vom Unternehmen vorgegeben – vielmehr brachten die beiden die Idee selbst ein.
Was ihr Tandem trägt
Fragt man Lisa und Lutz nach drei Worten, die ihre Zusammenarbeit beschreiben, fallen Begriffe wie:
vertrauensvoll
effizient
reflektiert
Besonders das Vertrauen zieht sich durch das gesamte Gespräch.
Denn Shared Leadership bedeutet für sie nicht, jede Entscheidung gemeinsam bis ins kleinste Detail abzustimmen. Vielmehr geht es darum, sich aufeinander verlassen zu können.
„Nach außen treten wir immer geschlossen auf.“
Unterschiedliche Meinungen werden intern diskutiert. Nach außen vertreten sie Entscheidungen gemeinsam.
Verschiedene Arbeitszeiten, gemeinsame Verantwortung
Auch ihre Arbeitszeitmodelle unterscheiden sich.
Während Lutz Vollzeit arbeitet, ist Lisa in Teilzeit tätig und versucht, sich einen festen freien Tag pro Woche freizuhalten.
Trotzdem erleben beide dies im Alltag nicht als Herausforderung.
Der Grund: Die Führungsaufgabe macht nur einen Teil ihrer Arbeit aus. Durch regelmäßige Abstimmungen, einen festen gemeinsamen Termin und kurze Kommunikationswege bleiben sie jederzeit auf dem gleichen Stand.
Für beide zählt nicht die Anzahl der Stunden, sondern die gemeinsame Verantwortung.
Warum zwei Perspektiven oft zu besseren Entscheidungen führen
Ein Thema kam im Gespräch immer wieder auf: die Qualität von Entscheidungen.
Viele Führungskräfte treffen wichtige Entscheidungen allein. Lisa und Lutz erleben dagegen täglich den Vorteil eines Sparringspartners auf Augenhöhe.
Ideen werden gemeinsam diskutiert, hinterfragt und weiterentwickelt.
Dabei teilen sie nicht immer eine Meinung. Gerade bei Kommunikation oder der Gewichtung einzelner Themen setzen sie manchmal unterschiedliche Schwerpunkte.
Genau darin sehen sie jedoch einen Mehrwert.
„Wir schauen ganz oft aus unterschiedlichen Ecken auf das gleiche Thema.“
Statt Entscheidungen komplizierter zu machen, führt diese Vielfalt aus ihrer Sicht häufig zu besseren Lösungen.
Gleichzeitig zeigt sich der Mehrwert auch praktisch in der täglichen Arbeit. Lisa und Lutz erleben, dass sie zu zweit deutlich mehr bewegen können, als es allein möglich wäre. Sie stoßen neue Themen an, entwickeln Prozesse weiter und bringen Veränderungen voran, für die im Arbeitsalltag sonst häufig die Zeit fehlen würde.
Für sie bedeutet Shared Leadership deshalb nicht nur geteilte Verantwortung, sondern auch mehr Wirksamkeit und Effizienz: Zwei Perspektiven, unterschiedliche Stärken und die Möglichkeit, Aufgaben sinnvoll aufzuteilen, schaffen gemeinsam zusätzlichen Handlungsspielraum.
Shared Leadership in einem internationalen Umfeld
Besonders spannend wird ihr Modell im internationalen Kontext.
Ihr Team arbeitet über verschiedene Länder und Zeitzonen hinweg. Kollegen sitzen quer über die Welt verteilt, von den USA bis China.
Auch sie profitieren davon, zwei Ansprechpartner zu haben.
„Es ist gefühlt immer jemand von uns beiden erreichbar.“
Für die beiden ist das einer der größten Mehrwerte von Shared Leadership.
Skepsis von außen – Überzeugung von innen
Nicht alle reagierten von Anfang an begeistert auf das Modell.
Vor allem außerhalb des Unternehmens wurden immer wieder ähnliche Fragen gestellt:
Wer entscheidet am Ende?
Funktioniert das wirklich?
Braucht es nicht eine Person an der Spitze?
Für Lisa und Lutz sind diese Zweifel heute kaum nachvollziehbar.
Sie verweisen darauf, dass auch Geschäftsführungen oder Vorstände Entscheidungen gemeinsam treffen. Warum sollte gemeinsame Führung also nicht auch auf anderen Ebenen funktionieren?
Zitat Sabine Schmeinck (Vorgesetzte von Lisa und Lutz): „Natürlich stellt man sich zunächst die Frage, ob zwei Führungskräfte auf einer Position Entscheidungen verlangsamen oder Zuständigkeiten unklar machen. Bei Lisa und Lutz erleben wir genau das Gegenteil. Sie treten als Einheit auf, treffen fundierte Entscheidungen, setzen neue Impulse und bringen unterschiedliche Perspektiven ein. Das erhöht nicht nur die Qualität der Ergebnisse, sondern schafft auch eine außergewöhnlich hohe Verlässlichkeit für ihr Team und ihre internen Kunden.“
Nach mehr als eineinhalb Jahren in der Rolle fällt ihr Fazit eindeutig aus: Die Vorteile überwiegen deutlich.
Was sie sich für die Zukunft wünschen
Beide wünschen sich, dass Shared Leadership selbstverständlicher wird.
Nicht als Sonderlösung, sondern als ernstzunehmendes Führungsmodell.
Denn ihre Erfahrung zeigt: Wenn Vertrauen, Kommunikation und gemeinsame Werte vorhanden sind, entsteht kein Verlust an Verantwortung – sondern ein Gewinn an Perspektiven.
Oder wie Lisa und Lutz es im Gespräch immer wieder deutlich gemacht haben:
Shared Leadership bedeutet nicht, Verantwortung abzugeben. Es bedeutet, Verantwortung gemeinsam zu tragen.




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